Übung der Feuerwehr Neuenkirchen mit dem DRK und der DLRG

Die diesjährige Hauptübung der drei Neuenkirchener Hilfsorganisationen Feuerwehr, DRK und DLRG hatte es am vergangenen Samstag in sich. Geprobt wurde ein Ernstfall, der so hoffentlich nie Realität wird. Ausgedacht haben sich das Szenario der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Rolf Bücker zusammen mit den DRK-Leitern Tim Keller und Manuel Rabbers. Insgesamt nahmen an der Übung 40 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr, 17 Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes sowie acht Einsatzkräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft teil.

Den eingesetzten Kräften bot sich folgendes Lagebild: Die Anwohner der Straße „Zum Rott“ wurden am Samstag durch einen lauten Knall aus ihrer Wochenendbeschäftigung gerissen. Mit Blick auf die Straße stellten verschiedene Bewohner eine Rauchentwicklung bei der nahe liegenden Raiffeisen-Genossenschaft fest. Sie handelten richtig und riefen umgehend über Notruf 112 die Feuerwehr, die sogleich von der Kreisleitstelle alarmiert wurde.

Während die Feuerwehr noch unterwegs war, erkundeten die Nachbarn den Gebäudekomplex der Genossenschaft weiter und stellten fest, dass es wohl eine nicht unerhebliche Explosion in dem Gebäude gegeben hatte, bei der augenscheinlich mehrere Menschen verletzt worden sind. Teilweise konnten einige Verletzte noch im Gebäude ausgemacht werden, andere befanden sich auf der Hoffläche sowie am Radweg. Die Rauchentwicklung stellte sich als Dachstuhlbrand im hinteren Teil des Verkaufsraumes dar.

Die zwischenzeitlich eingetroffene Feuerwehr erkundete die Lage und stellte zunächst fest, dass sieben bis acht verletzte Personen an der Einsatzstelle betroffen waren. Somit wurde durch den Einsatzleiter zur Verstärkung das DRK Neuenkirchen sowie die DLRG-Ortsgruppe Neuenkirchen/Wettringen nachalarmiert.

„Die Lage stellte sich im weiteren Verlauf als sehr komplex dar“, erklärte Übungsleiter Rolf Bücker. „Eine Explosion mit ungeklärter Ursache hatte im Bereich des Lagers einen immensen Schaden verursacht. Regale mit Waren sind verwüstet, Gabelstapler umgekippt sowie Teile des Dachstuhles in Brand geraten.“

„Im Lagerbereich waren insgesamt vier verletzte Personen, die unter den Staplern oder Regalen eingeklemmt wurden. Hier gilt es vorrangig, eine Menschenrettung durchzuführen, das ist Aufgabe der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte des DRK sowie der DLRG führen dann unter der Leitung des Notarztes eine Erstversorgung der verletzten Personen durch“, ergänzte Tim Keller vom DRK.

In einem zweiten Einsatzabschnitt galt das Hauptaugenmerk der Brandbekämpfung des Dachstuhls von zwei Seiten des Gebäudes. Einmal von der Hofseite sowie von der Seite des Radweges.

„Hier wird im Verlauf der Erstmaßnahmen festgestellt, dass eine vermisste Person durch die gewaltige Druckwelle auf die andere Seite des Radweges geschleudert wurde. Die rettungsdienstliche Versorgung wird umgehend durch die Hilfsorganisationen sichergestellt“, erläuterte Bücker die Situation. Die besondere Herausforderung hierbei: Die verletzte Person befindet sich auf dem rund drei Meter tieferliegenden Acker. „Um eine adäquate Rettung und Versorgung des Verletzten durchführen zu können, muss ein aufwendiger Rettungsweg mit tragbaren Leitern gebaut werden“, so Bücker weiter. Hier unterstützt die Feuerwehr das Sanitätspersonal mit technischen Geräten.

Trotz dieser komplexen Lage mit einer großen Anzahl von verletzten Personen verlief die Übung erfolgreich, lautete das abschließende Fazit der drei Übungsverantwortlichen. Alle von der Übungsleitung gestellten Aufgaben wurden in den Einsatzabschnitten sicher und souverän abgearbeitet.

Die DLRG Ortsgruppe konnte hier zwar nicht zur Wasserrettung eingesetzt werden, jedoch wurden die sanitätstaktischen Kenntnisse und Fertigkeiten der Mitglieder in Ergänzung zu den Sanitätern des DRK Ortsvereins wunderbar miteinander verbunden.

Die Verletztendarsteller waren Mitglieder des DRK Ortsvereins Rheine-Mesum, die sowohl optisch als auch durch die schauspielerischen Leistungen für eine realitätsnahe Einsatzlage sorgten.

 

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